Mobiles Lernen an der IGS Celle

Betriebssystem: iOS
Endgeräte: Tablet-Computer

An der IGS Celle lernen ca. 900 Schülerinnen und Schüler nach zwei Prinzipien: individualisiert und mobil.

Laut Thomas Riepshoff, dem Didaktischen Leiter der Schule, gab es bereits in der Vorläufer-Schule Tablet-Klassen – allerdings als Pilotprojekt. Es hat sich damals gezeigt, dass es ungünstig war, dass einige Klassen mobil arbeiten konnten und andere nicht. Gleichzeitig schienen die Schülerinnen und Schüler in den Tablet-Klassen zufriedener und zeigten auch bessere Ergebnisse. Aus diesem Grund wurde in der Planungsgruppe der IGS die Entscheidung getroffen, Tablets für alle einzuführen. Als Angebotsschule war die IGS von Anfang an in der Lage festzulegen: „Wer zu uns kommen möchte, muss sich auf das System einlassen.“ Deshalb ist von Jahrgang 5 an das Tablet ein verpflichtendes Unterrichtsmittel.

Anschaffungskosten / Elternbeteiligung / Sozialfonds / Versicherung

Die Eltern sind an vielen Stellen eingebunden und tragen maßgeblich das Konzept des Lernens mit digitalen Endgeräten mit. Sowohl im Bereich der Medienerziehung (vgl. Medienkonzept) als auch bei der materiellen Ausstattung ihrer Kinder haben die Eltern eine wichtige Funktion. Über den gemeinnützigen Verein Mobiles Lernen kostet ein Tablet etwas weniger als EUR 20,- pro Monat, inklusive Versicherung und Support. Dabei können sich die Eltern zwischen Leasing und Rückgabe, Mietkauf und Einmalzahlung entscheiden. Der Verein hält auch einen Sozialfonds vor, der eine Unterstützung von bis zu 50% der Kosten abdeckt. Somit soll kein Kind ausgeschlossen werden.

Der aktuelle Preis im letzten Jahr betrug sogar weniger als EUR 15,-. Darin enthalten sind das Tablet der neuesten Generation sowie eine Schutzhülle mit hoher Widerstandsklasse. Ebenfalls eine Versicherung, die alle möglichen Schäden und Diebstahl (beides mit Selbstbeteiligung) abdeckt. Der Auswahlprozess des Anbieters wird vom Schulelternrat geführt. Angebote verschiedener Anbieter werden dafür jährlich eingeholt und ein Votum im Schulelternrat und im Schulvorstand durchgeführt. Soziale und datenschutztechnische Kriterien haben dabei eine besondere Relevanz.

Nutzungsdauer

Die Leasingverträge beziehen sich auf 3 Jahre. Dementsprechend erhalten die Kinder zu Beginn des 8. Schuljahres ein neues Tablet, sodass eine einwandfreie Funktionalität auch am Ende der 10. Klasse noch sichergestellt werden kann.

Administration / Aufwand

Verwaltung und Administration des Systems werden von der Schulleitung und den Lehrkräften umgesetzt. Unterstützung erhält die Schule durch einen Techniker vom Landkreis. Der gemeinnützige Verein Mobiles Lernen stellt zweimal pro Woche einen Techniker in der Schule, um zum Beispiel fehlerhafte Einstellungen an den Tablets der Kinder zu korrigieren bzw. Reparaturaufträge abzuwickeln. Der Verwaltungsaufwand eines so großen IT-Systems ist natürlich hoch. Weitere personelle Unterstützung und Entlastung der Lehrkräfte ist erwünscht.

Weitere Informationen, die Sie für interessierte Schulen für relevant halten

Wichtig ist diesen Weg gemeinsam mit dem Lehrerkollegium und den Eltern zu gehen. Eine Entscheidung gegen den Mehrheitswillen einer Gruppe ist ungünstig, da es immer wieder neue Schwierigkeiten gibt, zu denen eine gemeinsame Lösung gefunden werden muss. Daher ist ein intensiver Austausch auf Augenhöhe von besonderer Bedeutung.

Pädagogischer Schwerpunkt

Verbindung von individualisiertem und mobilem Lernen

Gleichzeitig arbeitet die IGS mit Lernbüros, also mit sehr individualisierten Arbeitsphasen für Schülerinnen und Schüler. Die Verbindung von individualisiertem Unterricht einerseits und mobilem Lernen andererseits kennzeichnen diese Schule.
Wie in jeder Schule kommen auch die Schülerinnen und Schüler der IGS Celle mit sehr unterschiedlichen Lernausgangslagen und Leistungsniveaus. Im Lernbüro arbeiten die Schülerinnen mit Tablets auf denen schuleigene digitale Bücher zu verschiedenen Themen angeboten werden. Die digitalen Bücher halten Erklärteile vor, zum Beispiel in Form von Texten, Videos oder auch Verlinkungen und interaktive Übungen. Jedes Thema wird auf drei Niveaustufen differenziert. Separat dazu gibt es zieldifferente digitale Bücher, die das inklusive Arbeiten ermöglichen.

Analog neben digital

Neben dem Tablet stehen im Lernbüro auch analoge Materialien zur Verfügung. So führen die Schülerinnen und Schüler weiterhin handschriftlich sogenannte Lernpfade, auf denen sie ihren individuellen Stand festhalten. Arbeitsblätter oder Schreibhefte sind zum großen Teil noch analog, denn auch weiterhin soll die Handschrift gefördert werden. Darüber hinaus gibt es analoge, handlungsorientierte Materialien. Das Tablet kommt dann zum Einsatz, wenn es um einen Mehrwert geht.
Kooperation und Kollaboration ist auch über das Tablet möglich; sei es über verschiedene digitale Tools mit Quiz- oder Spielecharakter, oder über das gemeinsame Erarbeiten von Mindmaps oder ganzen Präsentationen. Lässt sich individuelle Leistung dann noch messen? Laut Thomas Riepshoff verschwimmt das bei der Gruppenarbeit vielleicht etwas: „ Aber das war schon immer so. Wenn das analoge Plakat zuhause erstellt wurde, lässt sich auch nicht mehr nachvollziehen, wer was eingebracht hat.“ Entscheidend ist, dass das Beobachten der Gruppe an Gewicht gewinnt.

Die Arbeit von Lehrkräften verändert sich 

Die Kombination von Lernbüro und arbeiten mit Tablets verändert nicht nur das Lernen, sondern auch das Lehren. Lehrkräfte bekommen eine andere Rolle. So erfordert die Arbeit mit Tablets sehr viel Vorbereitung. Die digitalen Bücher werden im Vorfeld im Lehrerteam erstellt. Zurzeit entstehen die Themen für den Jahrgang 10. Das gelingt nur gut, wenn man sich als Team versteht. Die erarbeiteten Bücher werden jedes Jahr angepasst und aktualisiert. Diese Mehrarbeit im Vorfeld führt aber zur Entlastung im Unterricht und damit zu der Möglichkeit, mehr zum Lernbegleiter zu werden und individuell zu unterstützen. Und es gibt ein weiteres Phänomen: „Da ist es egal, wie fit man als Lehrkraft ist, es findet sich immer eine Schülerin oder ein Schüler, der technisch fitter ist.“ Dabei kann es nach Riepshoff sehr gewinnbringend sein, bei technischen Problemen am besten die Kinder zu fragen und ihnen die Möglichkeit zu bieten, die Dinge zu erklären. An dieser Stelle wird auch das Expertenwissen von Kindern sehr gut deutlich.

http://www.igscelle.de

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